Die Rolle der Eltern

Eltern sind in der Erziehung der Kinder in der Reggio-Pädagogik ein unverzichtbarer Teil und somit einer der drei Hauptdarstellern des Erziehungsprozesses. Dies auch, weil die Erziehung in der Familie mit der Erziehung in der Kindertagesstätte oder Schule als gemeinschaftlicher Prozess angesehen wird. Zitat einer Eingewöhnung: „Das Kind muss seinen Weg in die Kita durch die Vermittlung der Eltern beginnen. Sie geben ihm Sicherheit für das Neue. Deshalb beteiligen wir die Eltern an der Eingewöhnung“ (Dreier "Was tut der Wind wenn er nicht weht"). Man sieht, dass die Eltern hierbei schon eine große Rolle spielen, denn sie, oder aber die Großeltern oder andere Verwandte, sollen die Kinder die ersten Tage in die Einrichtung begleiten. Doch auch vor dem ersten Tag des Kindes in die Tagesstätte besuchen die Gruppenerzieherinnen die Familien und ihre Kinder zu Hause, um sich kennen zu lernen.

Die Kompetenzen der Eltern werden in der Reggio-Pädagogik unterstützt und in die Arbeit miteinbezogen. Sie werden als Fachleute in Bezug auf ihr Kind angesehen. Hier geht es zum Beispiel um Beziehungen, die das Kind bereits vor dem Eintritt in die Tagesstätte aufgebaut hat, oder aber auch um die Lebensgeschichte des Kindes. Dieses Wissen ermöglicht es den Erzieherinnen individuell auf die Kinder einzugehen. Das Zusammensein und -arbeiten von Eltern und Erzieherinnen dient letztlich dazu, die Lebensräume der Kinder zu verbinden: Die Familie und die Einrichtung sind für die Kinder zwei verschiedene Lebenswelten. Beide haben ihre spezifischen Kompetenzen. Um eine vollständige und ganzheitliche Entwicklung des Kindes zu ermöglichen, bedarf es der engen Zusammenarbeit beider Umwelten, des Zusammenfügens aller Fähigkeiten.

Man könnte die kommunalen Kindertagesstätten in Reggio Emilia daher auch als "Häuser für Kinder und Familien" bezeichnen.



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