"Sensationsgefühle"

auf den pädagogischen Arbeitstagen des Teams vom katholischen Familienzentrum St. Margareta in Neunkirchen-Seelscheid

Eindrücke einer Mitarbeiterin

Vom 29.-30. April 2013 haben in unserer Kita 2 pädagogische Arbeitstage von 9.00 bis 16.00 Uhr stattgefunden. Alle Mitarbeiterinnen unseres Hauses, auch die Kolleginnen aus dem Hauswirtschaftsbereich und der Verwaltung haben eine persönliche Einladung in Form einer selbst gestalteten Einladungskarte erhalten. Es gehört zur Philosophie unseres Hauses, dass alle Mitarbeiterinnen mit unserem Konzept von der Reggio Pädagogik vertraut sind. Die Form der Einladung fand ich sehr wertschätzend und es weckte meine Neugier auf die kommenden 2 Tage. Vorbereitet wurden die pädagogischen Arbeitstage von einem "Orga-Team" (Organisations-Team), bestehend aus 4 Erzieherinnen, die auch als Fortbildnerinnen tätig sind.

Am ersten Tag bin ich ganz entspannt und ohne Erwartung in unsere Kita gekommen ,weil ich die Dinge gerne erst einmal auf mich zukommen lasse. Ich war angenehm überrascht ,in eine gewohnte Umgebung zu kommen, die so vorbereitet war, dass mein erster Gedanke:"Das ist ja wie auf einer Fortbildung" war. Ich wurde freundlich begrüßt, im Hintergrund lief Musik, es waren Getränke bereitgestellt und im Flur hing ein Tagesablauf, an dem wir uns informieren konnten, welche Inhalte und Themen wir bearbeiten werden. Solche professionellen Rahmenbedingungen vorzufinden, habe ich als sehr angenehm empfunden, ich war direkt motiviert. Alle Mitarbeiterinnen wurden von unserer Leiterin, Frau Daniela Patalas, begrüßt, die zusammen mit dem Orga-Team die pädagogischen Arbeitstage geleitet hat.

Unser Ziel für den ersten Tag war es, die 11 Kriterien der Reggio-Pädagogik zu bearbeiten und für uns als Team herauszuarbeiten, wovon wir uns besonders inspirieren lassen. Jede Kollegin hatte die Aufgabe ihr Handlungskonzept in Hinblick auf die Reggio Pädagogik zu reflektieren. Während der ersten Kleingruppenarbeit, wobei es um die unterschiedlichen Aspekte in der Arbeit nach Reggio ging, hat eine Kollegin den Begriff "Sensationsgefühle"in die Gruppe getragen. Die Kleingruppe hat sich mit dem Thema Projekte in der Reggio-Pädagogik auseinandergesetzt. Sensationsgefühle haben Kinder, wenn sie ein starkes Erfolgserlebnis haben und sich ein wunderbares Glücksgefühl bei ihnen einstellt. Sensationsgefühle haben wir, wenn Kinder uns z.B. in einem Projekt mit ihren Gedanken beeindrucken oder eine Frage stellen, auf die wir nie gekommen wären, oder wenn die Kinder Thesen aufstellen, die uns Erwachsene zum Staunen bringen. Mit diesem außergewöhnlichen Begriff konnten wir uns direkt identifizieren, er drückt das aus, was wir hier zusammen mit den Kindern immer wieder erleben.

Überrascht war ich von den unterschiedlichen Methoden, die das Orga-Team sich für die Arbeit in den Kleingruppen und im Plenum überlegt hatten. Das waren für alle Kolleginnen neue Methoden, die gut angenommen wurden. "Denk-Mal-Tische", "Wortschatzkästchen" und "Open-Space-Tische" sind einige dieser besonderen Methoden, die uns angeregt haben, sich intensiv und motivierend mit den zu bearbeitenden Themen auseinanderzusetzen. Ich finde, dem Orga-Team ist eine gute Mischung aus praktischen und theoretischen Übungen gelungen. Übrigens,dass auch wir Kolleginnen die ganze Zeit im Dialog miteinander waren, ist typisch für die Reggio-Pädagogik.

Den Abschluss des ersten Tages bildete die Methode "Handreflexion", wobei jede Kollegin für sich überlegen sollte, was sie an dem heutigen Tag 1. Super fand, 2. Worauf sie achten möchte, 3.Was sie doof fand, 4. Was sie mitnimmt und 5. Was ihr zu kurz gekommen ist. Mir persönlich war der erste Teamtag zu kurz, ich hätte gerne weitergearbeitet und bin zufrieden nach Hause gegangen.

Das Ziel des zweiten pädagogischen Arbeitstages war es, unsere Konzeption zu aktualisieren und unsere Stärken als Team herauszuarbeiten. Nach den Eindrücken des ersten Tages habe ich mich auf den zweiten Tag unserer Fortbildung sehr gefreut und war gespannt auf den Ablauf. Begonnen hat der Tag mit einem" Schlüsselerlebnis", wobei jede Kollegin sich überlegen sollte, welches wichtiges Erlebnis sie vom Vortag mitgenommen hat. Mein Schlüsselerlebnis war die Rolle der Erzieherin in der Projektarbeit und der Dialog mit Kindern.

Auch am zweiten Tag beeindruckte das Orga-Team wieder mit interessanten Methoden, wie z.B. das Wortschatzkästchen oder das "Verbrennen von Dingen", von denen wir uns als Team verabschieden wollen. (Wir haben auch auf unserm Außengelände tatsächlich die Dinge verbrannt, die wir in unserer Kita nicht mehr haben wollen, wie z.B. Leistungsdruck.)

"Wir stehen dazu - Definition Team" war an diesem Tag ein ganz wichtiger Punkt, weil wir uns noch einmal klar gemacht haben, wo unsere Stärken sind und wo wir als Team gemeinsam den reggianischen Weg gehen. Am heutigen Tag waren wir auch besonders viel gemeinsam im fachlichen Austausch. Ein Interview in Form einer persönlichen Fragerunde, geführt von einer Kollegin aus dem Orga-Team, läutete den Abschluss der pädagogischen Arbeitstage für uns ein. Dieses Interview machte uns allen viel Spaß, weil es witzig geführt wurde und wir alle zum Abschluss noch einmal miteinander lachen konnten. Alle Kolleginnen hatten hier noch einmal die Möglichkeit, das erlebte und gelernte auf diesen beiden Arbeitstagen zu reflektieren.

Im Anschluss haben wir im Turnraum ein Steh-Cafe vorbereitet, zu dem die Trägervertreter aus unserer Kirchengemeinde eingeladen waren. Es lag unserem Orga Team besonders am Herzen, unserem Arbeitgeber zu zeigen, wie wir diese beiden Tage genutzt haben und ihnen unsere Arbeitsergebnisse zu präsentieren. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass eine Vertreterin aus dem PGR sowie aus dem Seelsorge-Team jemand gekommen ist. Mit großem Interesse haben sie unsere Arbeitsergebnisse zur Kenntnis genommen, es entstand ein reger Austausch.

Für die Eltern unserer Kita haben wir unsere Arbeitsergebnisse im Flur dokumentiert. Diese Form der Dokumentation kennen sie bereits von unseren "sprechenden Wänden", wo wir die Arbeit mit den Kindern bereits dokumentieren. Hospitationsgruppen, die in der nachfolgenden Woche unserer Kita besuchten, konnten sich ebenfalls ein Überblick über die Methodenvielfalt, die Reggio-Pädagogik und unsere Arbeitsergebnisse verschaffen.

Mein Resümee: Es waren 2 intensive, erkenntnisreiche und auch humorvolle Arbeitstage, auf denen ich viel gelernt und erfahren habe. Ich begegne den Kindern unserer Kita noch einmal mit anderen Augen und bin motiviert, das was ich gelernt habe auch umzusetzen.

Wir als Team haben uns vorgenommen, uns im Alltag gegenseitig an Dinge zu erinnern, die uns wichtig sind und wovon wir uns verabschiedet haben.

Ich freue mich jetzt schon auf unsere pädagogischen Arbeitstage im nächsten Jahr und bin dann vielleicht auch im Organisationsteam mit dabei.

Pia Fidler, Erzieherin, Zweite Fachkraft in einer U3 Gruppe

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